Ein Labyrinthrundgang durch das Herz von Zürich – 5. und letzte Folge
- zuerich04
- 18. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Ein Rückblick
Am Samstag, 30. Mai 2026, fand ich mich mit 7 Labyrinth-interessierten am Max Bill Tempel an der Bahnhofstrasse ein, um zum 5. Jahr in Folge den von mir zum 30. Jahres-jubiläum des Zürcher Gartenlabyrinths ausgedachten labyrinthischen Stadtrundgang durch die Altstadt von Zürich zu erkunden.
Meine Idee war es gewesen, die Wege, Strassen, Gassen, Plätze, Treppen und Brücken nach der Form des Labyrinths abzuwandern. Dafür hatte ich eine Zeichnung des Labyrinths auf den Stadtplan der Innenstadt von Zürich gelegt. Die Aussenbereiche sind Bahnhofstrasse, Bahnhofbrücke, Hirschengraben und Rämistrasse/Quaibrücke. Nie sollten wir denselben Weg beschreiten, nur die Brücken über die Limmat, einmal auf der rechten, das nächste Mal auf der linken Seite. Wie im Labyrinth heisst es, einmal eine Wegführung rechtsum, dann nach einer Biegung wieder linksum begehen. Da Zürich auf beiden Seiten der Limmat auf Moränenhügeln gebaut ist, bedeutet es, auch ab und zu einmal treppauf und dann auch wieder Hügel abwärts zu gehen. Dieser stetige Richtungswechsel passt auch gut zu meiner Idee, dass wir auf diesem labyrinthischen Weg unser Leben, unser Handeln, unser Umfeld reflektieren und uns von den Wahrnehmungen auf dem Rundgang inspirieren lassen. Gleichzeitig prägen wir, im Begehen der Wege, die Labyrinthstruktur in das Stadtbild ein und stärken somit unsere Stadt.
Vor 5 Jahren hatte ich denselben Rundgang der inneren 4 Bögen bereits als Einführungsgang begangen. Es erfüllt mich mit grosser Dankbarkeit, dass damals Rosmarie Schmid und Agnes Barmettler, die Urheberinnen der Zürcher Labyrinthe, mit dabei waren. In den folgenden Jahren beschritt ich jeweils einen weiteren Bogen, den 5., 6. und 7. Umgang, für jeden brauchten wir, mit meinen teils stadtkundigen Erläuterungen, einen ganzen Nachmittag.
Dieses Jahr galt es nun, den Labyrinthreigen zur Mitte, ins Herz zu führen. So wanderten wir vom Max Bill Pavillon die beflaggte Augustinergasse hinauf, dann hinter der Augustinerkirche über Inngassen den St. Peterhügel hoch, sogleich dann aber wieder an die Limmat hinunter, um über eine erste Windung die Münsterbrücke zu erreichen - so wie uns im Leben eben ein Auf und Ab von Ereignissen und Gefühlen begleitet. Ein Abstecher erlaubte uns den Besuch des Steinlabyrinths am Schiffländeplatz, das wir gemeinsam abliefen. Den 4. Bogen pilgerten wir entlang der Niederdorfstrasse, die uns auch als alte Pilgerroute bekannt ist. Darauf überquerten wir die Limmat auf der Rudolf-Brun-Brücke, um links der Limmat zum
3. Bogen unterhalb des Lindenhofes, zur Schipfe zu gelangen. Darauf ging es dann wieder über die Limmat zum 2. Bogen, das Limmatquai bis zur Rathausbrücke hinauf, um auf dem letzten, innersten Bogen über die St. Peterhofstatt das Ziel, die Mitte des Stadtlabyrinths auf dem Lindenhof zu erreichen.
Somit, denke ich, habe ich meinen Plan erfüllt, nämlich die Energie unserer zwei Stadtlabyrinthe, des Garten- und Steinlabyrinths, auf unsere Stadt zu übertragen und diese damit zu stärken.
Ich danke allen, die mich bei dieser Aufgabe mit viel Freude und Begeisterung begleitet und zur Realisierung meines Projekts beigetragen haben.
Bei Anfrage werde ich diesen Labyrinthrundgang in Teilen gerne jederzeit wiederholen.
3. Mai 2026 Mona Bienek




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