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Labyrinthbrauch zum Herbst: Feuerlabyrinth am 13.10.23 Begrüssung von Caroline Krüger



Herzlich willkommen zum Feuerlabyrinth, schön, dass ihr da seid!


Das Feuerlabyrinth ist mittlerweile ein langjähriger Brauch auf dem Labyrinth – auf einem

Platz, der gebraucht wird, entstehen Bräuche. Und ich freue mich sehr, dass ich heute etwas sagen darf!


Ich bin Caroline Krüger, und hier mit mir sind Lydia Ehinger, Michael Semlitsch und der

Musigruum Winterthur, die uns mit Musik begleiten werden. Herzlich willkommen!


Ich sage ein paar Worte zu diesem Brauch und zum Ablauf des heutigen Anlasses.

Wir sind jetzt schon in die dunklere Jahreszeit eingetreten, das Tageslicht hält weniger lang,

es ist kühler und das Versammeln um ein Feuer ist etwas zutiefst Menschliches.


Wir können hier auf dem Labyrinth eine Zeit zusammen verbringen, uns wärmen und

zusammen sein. Und auch: eine Zugehörigkeit empfinden, ohne etwas leisten zu müssen.

Das ist nicht so selbstverständlich in der Welt ausserhalb des Labyrinths, wo es oft darum

geht, zu zeigen, wer wir sind, uns zu legitimieren, zu erklären, immer etwas tun, jemand sein

zu müssen…


Hier ist das nicht so, eine temporäre Zugehörigkeit entsteht aus sich selbst heraus, einfach,

weil wir zusammen hier sind. Wie immer auf dem Labyrinth sind nämlich die, die da sind,

genau die Richtigen! Und heute sind das wir alle hier…




Feuer hat eine starke symbolische Kraft, wir können viel damit verbinden.


Feuer kann zerstörerisch wirken, kann Brände verursachen. Ich möchte deshalb darauf

hinweisen, dass wir alle heute vorsichtig sind, Personen, die nicht so gut zu Fuss sind, sich

näher dem Ausgang platzieren und alle auf Kinder achten.


Feuer ist auch lebenserhaltend und wärmend. Es ist daher wichtig, dass wir sorgsam mit

dem Feuer umgehen – dann können wir die realen und die symbolischen Funken entfachen, uns daran freuen und wärmen.


So wie der Umgang mit dem Feuer könnte auch unser Umgang miteinander und der Mitwelt

sein – sorgsam, bedacht, indem wir aufeinander schauen. Das finde ich besonders wichtig in unserer Zeit, die leider von Kriegen geprägt ist.


Die Labyrinthbewegung ist auch eine Friedensbewegung. Ich möchte dazu gern einen

kurzen Abschnitt aus unserem Labyrinthbuch „Erzähl mir, Labyrinth“ von 2011 zitieren, der

mir heute wieder ganz besonders aktuell erscheint:


„Dieses brennende Labyrinth ist nicht wie die verheerenden Flächenbrände, entzündet aus

Feuerwaffen in zahlreichen Kriegen weltweit, viel eher erinnert es an ein wärmendes

Herdfeuer, dessen Glut wir Frauen (*und alle) auch weiterhin entfachen können und hüten

wollen für ein gemeinschaftliches Wohnen auf diesem Globus. In der Suche nach neuen

Energien sollten wir Menschen, Frauen wie Männer (und alle dazwischen), unsere eigene

Energie nicht vergessen. Die Glut für ein Zusammenleben in Frieden darf niemals erlöschen

auf dieser Erde. Mit unseren diversen menschlichen Begabungen können wir das

notwendige Feuer gemeinsam schüren und nähren. Wir können und müssen unsere Liebe

zur Welt und zu allem Leben immer wieder erneuern.“


Das Feuerlabyrinth gibt uns hierfür ein gutes Übungsfeld.


Ein Funke kann ein Symbol sein für eine neue Idee. Die Musik des Musigruum Winterthur

entsteht so – aus dem Moment heraus, mit den Anwesenden zusammen kann ein musikalischer Funke sich entwickeln und zu einem gemeinsamen Feuer werden, indem

Musiker:innen und Anwesende, die mitklingen möchten, miteinander ein inneres und

äusseres Klang-Licht entstehen lassen.


Der Ablauf des Abends wird konkret wie folgt sein:

In Stille und Dunkelheit kommen die Fackelträgerinnen (Sandra, Maya, Julia, Blanca) herein

und zünden das Feuerlabyrinth an. Die sichtbaren Flammen werden von den hörbaren

Klängen der Musik begleitet – wir alle warten, bis der letzte Funke dann wieder erloschen ist. Dann bleiben wir noch eine Weile in der Stille und Dunkelheit, bevor wir zum

Zeughaushofeingang gehen, wo wir uns bei Suppe und Tee unterhalten können.

Ihr merkt, es braucht viele Menschen, um diesen Anlass so gestalten zu können – den

Fackelträgerinnen, Musiker:innen, Suppekochenden und allen Helfenden ganz herzlichen

Dank!


Gern übergebe ich jetzt an den Musigruum und die Fackelträgerinnen!





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